Uhren im Rap: Was reimt sich auf Rolex?

Rapper’s Delight

In Rap-Songs kommen Luxusuhren öfter vor, als man denkt. Nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern auch altehrwürdige Manufakturen. Eine Auswahl

Markus Böhm

Flavor Flav, Teil der legendären Gruppe Public Enemy, hatte immer schon ein Faible für große Uhren.
Flavor Flav, Teil der legendären Gruppe Public Enemy, hatte immer schon ein Faible für große Uhren. Foto: AP / Invision / Powers Imagery

Hip-Hop und Luxusuhren – das geht gut zusammen. Schließlich wird in kaum einer anderen Musikrichtung der eigene Reichtum heftiger zelebriert als im (Gangsta-)Rap. Sehr gefragt sind Zeitmesser eidgenössischer Provenienz, die preislich weit jenseits der Zehntausendeurogrenze angesiedelt sind. Wer hat, der hat.

Besondere Verehrung erfährt dabei Rolex. Dabei kommt der Marke zugute, dass sie zum einen als Synonym für die Luxusuhr schlechthin steht und zum anderen: Was reimt sich gut auf Rolex? Genau: Sex.

“Smoke, drink, blow checks,
Rolex, more sex”

Wiz Khalifa, Rico Love – “Celebrate”

Rap-Legende Biggie Smalls wiederum macht seiner Gespielin ein nachvollziehbares Kompliment – über seine wahren Absichten lässt der Songtitel keinerlei Zweifel:

“Girl you look fine like a
wide-face Rolex, you just shine”

“Fuck You Tonight”

Soll mal einer sagen, dass die Kollegen nicht auch romantisch sein können. Oder pragmatisch:

“Your pretty pussy good give you Rolex watch”

Diese Punchlines stammen allerdings nicht von einem hartgesottenen Gangsta, sondern von einer Lady, nämlich Lady Saw (Pretty Pussy).

Ihre Kollegin Iggy Azalea fackelt auch nicht lange herum und widmet dem Uhrenriesen gleich ein ganzes Lied. Hier also ein Auszug aus Rolex:

“Rolex’s don’t tick-tock
But damn it baby, my time costs
And damn it baby, my time is money
So I need payback for all the time lost”

Zeit ist eben Geld, gerade im Rap-Business, wo es gilt, möglichst schnell möglichst viel aus seinem Fame herauszuholen. Und damit ist vor allem Kohle gemeint. Sonst geht’s einem wie Warren G der gemeinsam mit Nate Dogg rumjammert:

“They took my rings,
they took my Rolex”

“REGULATE”

Ein bekennender Uhrenfan ist Jay Z, der offensichtlich ein ganz inniges Verhältnis zu seinen Zeitmessern hat, immerhin gibt er ihnen auch Namen: “I got a Hublot, I call it Tebow”, rapt er in “Mr. Nice Watch”, und in “Picasso Baby” stellt der selbsternannte “CEO of Hip-Hop” klar, wer hier der Größte ist und welche Uhrenmarke er bevorzugt:

“I’m hot, and you blow
I’m still the man to watch, Hublot
On my left hand or not”

Da darf 50 Cent natürlich nicht klein beigeben und zählt munter auf, was im Leben wichtig ist:

“My Maybach, my watch, my Hublot,
My fat knots, my swag is top-notch”

“Outlaw”

Wobei sowohl Fifty als auch Jay Z gerne den Namen Breitling in ihren Lyrics droppen.

“I’m on the next level,
Breitling baguette bezel”

50 Cent – “What up Gangsta”

Wenig glamourös ist allerdings der Abgang, den Kollegah, bürgerlich Felix Blume, in “Money” beschreibt:

“Gestern Breitling, heute Handschellen”

Erstaunlicherweise hat auch die altehrwürdige Manufaktur Patek Philippe einen hohen Stellenwert unter Rappern. Das ist deshalb interessant, weil die Genfer Uhrenmarke rein von ihrem Image und ihrer biederen Ausrichtung ganz weit weg von diesem Bling-Bling-Universum ist. DJ Iced zum Beispiel kann kaum noch an sich halten:

“I got Patek on my arms (Philippe!),
I got Patek on my arms (Philippe!)
I put Patek on my arms (unique!)
I put Patek on my arms (woo!)”

Dj Iced – “Out My Arms”

Zur Patek gesellt sich hier noch im Folgenden eine AP, also Audemars Piguet, immerhin hat man ja zwei Handgelenke, wie der schlimme Bub Tee Grizzley richtigerweise feststellt:

“Patek on my left
AP on my right
all on my arms”

Tee Grizzley – “Don’t even Trip”

Selbstverständlich wird die AP auch nicht abgelegt, wenns zur Sache geht, Rich $ex eben:

“Baby girl, let’s have some rich sex
I’mma keep my AP on while I do it
We can keep an AP on while we do it”

Future – “Rich $ex”

AP, Rolex, Breitling … da rümpfen die Multimillionäre des Rap doch nur die Nase. Die sind längst weitergezogen und haben die Milliardärsmarke Richard Mille, Durchschnittspreis 150.000 Euro, für sich entdeckt, so wie Pharrell Williams. Der beweist richtige Kennerschaft: Wann bitteschön wurde jemals so vorbildlich das Wort Tourbillon in einem Rap-Song verwendet?

“Jimmy Choos is real
She knows the time
She sees the Richard Mille
Flat double skeletal tourbillon
It’s just like her body move it turns her on”

Pharrell Williams feat. Gwen Stefani – “Can I have it like that”

(Markus Böhm, RONDO exklusiv, 6.7.2021)

derStandard.at

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000091327442/uhren-im-rap-was-reimt-sich-auf-rolex?ref=rss